Mit 5 Jahren begann Florian Enders mit dem Handballspielen in Bitburg. Michael Reissdörfer fing damals in der Eifelstadt damit an, die Jugendarbeit aufzubauen. “Ich war von Anfang an sehr begeistert, war nie ein grosser Fan des Fussballs und habe daher nie drüber nachgedacht, die Sportart zu wechseln”, erinnert sich Enders. Als Thomas Lauer in der C Jugend übernahm, kamen die ersten Titel: Einige Male wurde der TV Bitburg Bezirks-und Kreismeister in den verschiedenen Jugendklassen.

“Ab der B-Jugend haben wir dann vier Jahre in Folge in der höchsten deutschen Jugendspielklasse, der Jugend-Regionalliga gespielt und belegten immer einen gesicherten Mittelfeldrang. Während dieser Zeit habe ich die verschiedenen Stufen der regionalen und überregionalen Auswahlmannschaften des HVR und des SWHV durchlaufen. Mit der Rheinlandpfalz Auswahl nahm ich sowohl an der Sichtung zur Jugendnationalmannschaft, wie auch am Länderpokal der Auswahlmannschaften teil”.
Im zweiten Jahr der B-Jugend kam dann das Angebot aus Friesenheim, um in deren dortiges Jugendinternat zu wechseln. Der Kontakt kam über den damaligen Auswahlkollegen Christian Dissinger (Nationalspieler und THW Kiel) – mit dem Enders bis heute noch Kontakt hat und deren Trainer Martin Röhrig – zustande.
“Ich habe mich aber aus schulichen Gründen dagegen entschieden und bin in Bitburg geblieben. Als ich zum Studium ging, trainierte ich unter der Woche beim Zweitligisten HG Saarlouis und am Wochende trainierte und spielte ich weiter in Bitburg”.

Mit Bitburg errang Enders zweimal die Meisterschaft in der Rheinlandliga auf . Im ersten RPS Jahr war es die mangelnde Erfahrung und der zu kleine Kader, dem man Tribut zollte und wieder abstieg. Als Bitburg den zweiten Anlauf zum Aufstieg unternahm, gab es bei Enders eine Änderung im Trainingsbetrieb, da der damalige Trainer der HG Saarlouis ihm die Trainingsteilnahme nicht mehr gestattete. Kurz entschlossen änderte Enders seinen Trainingsverein zum SV 64 Zweibrücken, da er den dortigen Trainer Stefan Bullacher bei einem Jugendspiel in Bitburg kennenlernte.
“Diese Begegnung würde ich heute als den wichtigsten sportlichen Moment meiner Karriere bezeichnen. In Zweibrücken hatte ich sofort ein super Gefühl und mir wurde sehr schnell klar, dass das die neue sportliche Herausforderung war, die ich auf mich nehmen wollte. Stefan Bullacher war der beste Trainer unter dem ich je gespielt und trainiert habe. Die Mannschaft war super und das Training machte jeden Tag aufs neue Spass, sodas ich mich dann während der Runde bereits entschlossen hatte, nach Zweibrücken zu wechseln”.

In dieser Saison errang Bitburg am Ende erneut die Meisterschaft in der Rheinlandliga und so verabschiedete sich Enders mit Meistertitel und suchte fortan in der 3. Liga seine Chance.
Die zwei Handballjahre in Zweibrücken bezeichnet Enders als die “mit Abstand schönsten handballerischen Jahre, die ich erlebt habe. Ich habe von Stefan so viel über Handball, Taktik und Spielvorbereitung gelernt, dass es mir schnell klar war, irgendwann wirst du selber Trainer. Ich habe in beiden Saisons einen Stammplatz auf der Mitte inne und sammelte viele wertvolle Erfahrungen, hatte tolle Mitspieler, wie die drei derzeitigen Junioren Nationalspieler Jerome Müller, Björn Zintel und Robin Egelhof. Als ich mein Studium dann im Dezember des vergangenen Jahres beendet habe, fing ich an in Luxemburg zu arbeiten”, verrät Enders.

Den Rest der Runde pendelte Enders dann zwischen Bitburg und Zweibrücken. “Ein Riesenaufwand und daher war mir schnell klar, dass dies das meine letzte Saison sein würde. Ich stand selbstverständlich immer mit meinen Kollegen in Bitburg in Kontakt und als Janusz Klimek sagt, dass er nicht mehr weitermachen wurde, habe ich mich bereit erklärt, diese Rolle mit Thomas Lauer zusammen zu übernehmen. Für mich war klar, dass ich niemals in der Region für einen anderen Verein als Bitburg spielen würde und daher war die Entscheidung nur folgerichtig. Den Reiz an der Aufgabe macht für mich die Tatsache aus, dass meiner Meinung nach mit dem richtigen Spielkonzept noch viel mehr in der Mannschaft steckt und ein Klassenerhalt definitiv erreichbar ist. Ich denke, dass ein Oberligist für die Region unabdingbar ist, damit die talentierten Spieler wie beispielsweise Matthias Hertz in der Region die Möglichkeit haben, eine Anlaufstelle für höherklassigen Handball zu finden”, meint der neue spielende Übungsleister Florian Enders.

Seit dem 5. Juli stehen drei Trainingseinheiten wöchentlich beim RPS Liga Aufsteiger TV Bitburg auf dem Plan. Dabei werden Trainingsinhalte im Bereich Kraft, Kondition und Schnelligkeit vom neuen “spielenden Übungsleiter” Florian Enders umgesetzt.
Enders kehrt nach seinem “Gastspiel” beim Zweitligisten in Zweibrücken nicht als Spielertrainer nach Bitburg zurück. Enders spricht von einer “neuen Konstellation mit einem spielenden Übungsleiter”, bei der er von Thomas Lauer unterstützt wird. Lauer fungiert als Trainer! Konkret einigte man sich auf eine Aufteilung, die vorsieht, dass Enders für Inhalte und Spielkonzeption verantwortlich zeichnet, spätestens aber Freitagsabends bei der Videobesprechung vollständig in die Spielerrolle schlüpft. Thomas Lauer betreut die Mannschaft dann bei den Spielen zusammen mit dem ehemaligen Jugendspieler Marc Hagemann, der Enders in der Woche im Training unterstützen wird. “Thomas Lauer war nicht nur der Wunschkandidat des Vereins, sondern mein persönlicher Kandidat, da er den Kern der derzeitigen Mannschaft selbst ausgebildet hat und deshalb mein vollstes Vertrauen geniesst. Dazu freue ich mich sehr über die Unterstützung von Marc Hagemann, der zu unserer damaligen Jugendmannschaft gehörte, leider leider aus Verletzungsgründen frühzeitig seine Karriere beenden musste. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei Janusz Klimek bedanken, der in Bitburg einen sehr guten Job gemacht hat und im Verein eine sehr hohe Wertschätzung geniesst”, erklärt Enders.

„In jeder Einheit nutzen wir die Mögleichkeit, das neue Spielkonzept (Abwehr und Angriff), dass ich von meinem alten Trainer Stefan Bullacher übernommen und modifiziert habe, einzuüben und uns damit vertraut zu machen. Neben den Einheiten unter der Woche findet jedes Wochenende mindestens 1 Testspiel statt (bis zum Saisonstart 9 Stück), sodass wir jede Woche auf mindestens 4 Einheiten Handball kommen. Dabei werden wir, jeweils mit Hin-und Rückspiel, gegen die Mannschaften aus Daun (Rheinlandliga), Schweich (Rheinlandliga), Kastellaun (RPS), Zweibrücken (3.Liga) und Brotdorf (Saarlandliga-nur Heimspiel) antreten. Wir sind nun seit einer Woche im Training und hatten bereits das erste Testspiel, das mit 28:34 in Schweich souverän gewonnen wurde. Derzeit ziehen die Jungs sehr gut mit und sind absolut offen, was die neuen Ideen und Spielkonzeptionen angeht. Im Ergebnis geht es uns darum, das Spielkonzept weiterzuentwickeln und den Klassenerhalt in der Liga zu erreichen”.

Den letztjährigen Kader verlassen hat Alex Kuhfeld, der zum Rheinlandliga-Aufsteiger HSG Mertesdorf/Ruwertal wechselte. Neu im Kader neben Florian Enders (SV Zweibrücken) ist Matthias Hertz, der vom Rheinlandligisten HSC Schweich in die Eifel wechselt, Torhüter Henning Otte kehrt nach einer Handballpause in den Kader zurück.

Zum Kader des TV Bitburg zählen: Stefan Steinbach, David Nelles (Linksaussen), Pascal Wolff, Matthias Hertz (linker Rückraum), Jermaine Dright, Florian Enders (Rückraummitte), Chris Stellmach, Sven Lauer (rechter Rückraum), Jan Lauer (Rechtsaussen), Alexander Sonnen, Jan Kaufmann (Kreis), Andre Legenhausen, Dennis Schwerdt, Henning Otte (Tor). Im Perspektivkader sind Alexander Zimmer, Tim Crames, Kai Recking und Moritz Lübken

Saisonstart des TV Bitburg ist am Samstag, 3. September um 19.30 Uhr mit dem Auswärtsspiel bei der HSG Worms, das erste Heimspiel findet dann am Samstag, 10. September gegen die TG Osthofen statt.

Quelle: mosel-handball.de