Moselhandball hat ein lesenswertes Porträt über den Trainier unserer 2. Herren Mannschaft Janusz Klimek geschrieben. Viel Spaß beim Lesen!

 

Janusz Klimek findet in Bitburg die zweite Handballheimat

Im Fußball sammelte Janusz Klimek seine ersten Erfahrungen. Mit 12 Jahren begann er, wurde aber von seinem Trainer nur in der Abwehr aufgestellt. „Das hat mir nicht gefallen, da ich immer Tore schießen wollte und deshalb habe ich mit dem Fußball gleich wieder aufgehört.  Beim Handball kann jeder Tore machen und das war für mich ganz anders“, verrät Klimek, der in seinem Heimatort in Pabianice in der Nähe von Lodz mit dem Handballspielen anfing und dort im Seniorenbereich bis in die 2. Liga aktiv war.

„1985 begann dann meine Profikarriere bei Anilana Lodz, dem derzeit aktuellen polnischen Meister, bei dem ich meinen ersten Profivertrag unterschrieb. Für mich war es die schönste Zeit als Handballer.  Es war aber auch anstrengend, da ich parallel auch studierte und das mit dem täglichen Training unter einen Hut bringen musste. ch habe viel gelernt von vielen Nationalspielern und konnte dann sogar in der 1.Liga auflaufen. Ich habe mit Spieler gespielt, die auch später in der 1. und 2.Bundesliga gespielt haben (z.B. Marek Kordowiecki – Bundesliga Torschützenkönig 1994/95). Damals schon hatte Marek Kordowiecki wahnsinnige Wurfvarianten (vor allem „Dreher“) im Repertoire gehabt, wie dies heute fast alle erstklassigen Aussenspieler draufhaben.  Als Land aus Osteuropa  waren wir mit ANILANA natürlich viel in der DDR unterwegs, wo wir in Magdeburg oder Leipzig Turniere gespielt haben, gegen Mannschaften wie Empor Rostock, Magdeburg, Leipzig mit vielen Nationalspieler wie Frank Wahl, Peter Pysall, Wieland Schmidt, Ingolf Wiegert und vielen anderen. Mit ANILANA wurde ich, leider „nur“ zweimal Vizemeister hinter Wybrzeze Gdansk mit Bogdan Wenta, der später für Deutschland spielte oder Daniel Waszkiewicz (später THW Kiel)“, erzählt der derzeitige Trainer des Verbandsligisten Bitburg II.

An Bodgan Wenta erinnert sich Klimek nur ungern: Bei einem Testspiel gleich zu Spielbeginn brach Bodgan Wenta bei einem Schlagwurf Klimeks Nase und so musste er sich gleich zur Behandlung in die Klinik begeben. Natürlich entschuldigte sich Bogdan bei Klimek, der aber bereits in der nächsten Woche ohne Schutzmaske wieder spielte.

Seine Handballkariere in Luxemburg startete Klimek dann 1990, als ihn ein ehemaliger Anilana Spieler, der in Luxemburg wohnte und als Trainer in Echternach arbeitete zu einem Wechsel nach Luxemburg bewegte. „Ich habe das Angebot angenommen und bin ich mit Marek Woroszylo (hat auch für die TSG Biewer gespielt) Ende August 1990 nach Echternach gekommen, meine Familie kam erst nach vier Monaten nach. Ab diesen Zeitpunkt war meine Profikarriere beendet und ich habe dann in Luxemburg gearbeitet und nebenbei Handball gespielt. 1991 kam dann meine Frau mit unseren beiden Kindern zu mir und so haben wir unsere Leben in Luxembourg aufgebaut, wo auch unsere dritte Tochter geboren ist“, verrät der ehemalige Profihandballer. Mit Dirk Bordignon, den Klimek als „besten luxemburgischen Spieler überhaupt“ bezeichnete, spielte Klimek in Echternach zusammen, später auch für den TV Bitburg.

„Das war auch sehr schöne Zeit in Echternach, unsere Halle war immer überfüllt, eine super Stimmung. Wir haben im Jahr 1992 ein Internationales Turnier organisiert mit Spitzenmannschaften aus Europa z.B.: Tussem Essen (mit Alexander Tutschkin, Jochen Fraatz), Benfica Lisabon, Montpelier und waren Europapokal Teilnehmer, spielten gegen Stockerau aus Österreich.  Leider sind wir hier nach einem Unentschieden in Echternach und einer Niederlage in Stockerau ausgeschieden. Das Remis im Heimspiel war aber ein super Ergebnis für eine luxemburgische Mannschaft“, erinnert sich Klimek.

Mit Echternach wurde Klimek dann luxemburgischer Pokalsieger, wechselte nach drei Jahren zu Standard Luxemburg in die 2. Luxemburgische Liga, mit denen Klimek gleich in die 1. Liga aufstieg und dort dann gleich die Vizemeisterschaft gewann. „Wieder nur Vizemeister“, klagte Klimek, der nach drei Jahren nach Echternach zurückkehrte und dort noch ein Jahr dranhing. Dem Verein fehlten dann die Gelder und die Spieler verließen den Verein.

Seine deutsche Handballzeit begann auf Empfehlung von Sigi Garbe in Igel in die Oberliga, wo er die Nachfolge von Michael Göbel antrat und dort als Spielertrainer 1999 und 2000 arbeitete. Nach dem Ende seiner Zeit in Igel kam gleich ein Anruf aus Saarburg, bei denen der leider zu früh verstorbene polnische Landsmann und Torwart Tomek Marszalek, sein bester Freund aus Anilana Zeit, Trainer war. „Parallel dazu rief mich Konz an, doch ich habe mich entschieden, für ein halbes Jahr nach Saarburg zu gehen und Tomek zu helfen, nicht aus der Oberliga abzusteigen. Es folgten 6 Jahren als Spielertrainer bei der TG Konz, bei der ich mit Ralf Schröder, einem der besten Handballer der Region, spielen durfte. In Konz habe ich dann mit 44 Jahren mein letztes Spiel absolviert“, erinnert sich der 57-Jährige.

2007 war Marek Kordowiecki Trainer in Diekirch, wollte aber unbedingt nach Deutschland zurück und sorgte dafür, dass Klimek als Trainer nach Diekirch kam. Doch hier passte die Chemie zwischen Vorstand und Klimek nicht und er warf 2008 das Handtuch. Es folgte die Handballpause, die aber nicht lange anhielt.

„Der damalige Bitburger Trainer Andreas Gerten fragte mich, ob ich den Trainerposten in Bitburg übernehmen könnte. Ich habe gleich zugesagt, konnte mit vielen talentierten jungen Spielern und dem Ausnahmetalent Flo Enders arbeiten, traf auf Dirk Bordignon aus meiner Zeit in Echternach, wir stiegen sofort in die Rheinlandliga auf und waren dann später noch zweimal in der RPS Oberliga. Seit 2008 ist Bitburg für mich die zweite Handballheimat geworden. Ich arbeite hier mit super Leuten zusammen, wir verstehen uns sehr gut und es macht Riesenspaß. Wie lange es allerdings bei mir noch geht, weiß ich nicht. Klar ist jedoch, Bitburg und die Menschen hier werde ich nie vergessen. 46 Jahre Handball sind eine wahnsinnig lange Zeit, die ich nur dank der Unterstützung meiner Frau, mit der ich seit 37 Jahren zusammen bin und meiner drei Töchter geschafft habe. Ich kann nur sagen: Danke schön!“

 

Quelle: moselhandball

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